Der Energieausweis

Durch die neue Energieeinsparverordnung (EnEV16) erlangt der Energieausweis neue Bedeutung. Durch die Verpflichtung von Angaben in Immobilienanzeigen sowie weiterer Bestimmungen wird die Erstellung eines Energieausweises für Gebäude zwingend notwendig.

Der Energieausweis informiert über den energetischen Zustand eines Gebäudes. Er hilft bei der energetischen Bestandsaufnahme und Modernisierung. Ein durchaus lohnenswerter Ansatz, denn: Eine gezielte energetische Modernisierung kann die Attraktivität eines Gebäudes deutlich steigern. 

Wann ist der Energieausweis verpflichtend?

Für folgende Fälle ist die Erstellung eines Energieausweises nach EnEV16 verpflichtend:

  • Neubau (unverzüglich, nachdem das Gebäude fertiggestellt ist
  • Bestandsgebäude nach Modernisierung
  • Verkauf von Grundstück mit Gebäude, grundstücksgleichen Rechts an bebautem Gebäude, Wohnung, Teileigentum an Gebäude oder gesamten Gebäude
  •  Neuer Vermietung/Verpachtung oder Leasing von Gebäude, Wohnung oder selbstständigen Nutzungseinheiten im Gebäude

Wenn eine Immobilienanzeige in einem kommerziellen Medium aufgegeben wird und ein Energieausweis vorliegt, gilt die Pflicht folgende Angaben aus dem Energieausweis zu machen:

Pflichtangaben für Wohngebäude

  • Art des Energieausweises
  • Endenergiebedarf/Endenergieverbrauch
  • Wesentliche Energieträger für die Gebäude-Heizung
  • Baujahr des Wohngebäudes
  • Energieeffizienzklasse

Pflichtangaben für Nichtwohnbauten

  • Art des Energieausweises
  • Endenergiebedarf/Endenergieverbrauch
  • Wesentlichen Energieträger für die Gebäude-Heizung

Der Energieausweis muss bei der Besichtigung vorliegen. Findet keine Besichtigung statt, dann spätestens, wenn der potentielle Käufer bzw. Mieter danach verlangt.

Kleine Gebäude und Baudenkmäler besitzen keine Energieausweispflicht, es sei denn das Denkmal wurde saniert und es wurde ein Nachweis durch die Berechnung für das gesamte Gebäude durchgeführt.

Neu ist die Verpflichtung, in öffentlichen Gebäuden wie Hotels, Restaurants und Läden sowie in vielbesuchten privatwirtschaftlichen Gebäuden mit mehr als 250 qm Nutzfläche den Energieausweis auszuhängen.

Hauseigentümern, die der Ausweispflicht nicht nachkommen, drohen Bußgelder bis zu 15.000 Euro.

Welchen Energieausweis benötigen Sie?

Ersteller von Energieausweisen für Nichtwohngebäude können die Art des Energieausweises frei wählen. Bei der Erstellung von Energieausweisen für Wohngebäude gelten einige Einschränkungen. Das folgende Schaubild informiert sie darüber, welcher Energieausweis für Ihr Gebäude erstellt werden sollte.

Anhand dieses Entscheidungsdiagramms lässt sich ermitteln, ob ein Energieverbrauchsausweis oder ein Energiebedarfsausweis benötigt wird.

Bedarfsausweis

Bei dem Bedarfsausweis rücken Bausubstanz und Heizungsanlage des Hauses in den Fokus. Daraus ergeben sich Endenergiebedarf und Primärenergiebedarf.

Der Endenergiebedarf zeigt Mietern und Besitzern an, wie viel Energie sie jährlich für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung benötigen. Der Primärenergiebedarf weist die Ressourcen- und Umweltfreundlichkeit des Hauses aus. In ihm sind alle Energieaufwände von der Förderung bis zum Verbrauch erfasst.

Zusätzlich zum Energiebedarf liefert die Gebäudeanalyse dem Hausbesitzer auch Modernisierungsempfehlungen. Der Bedarfsausweis kann also den ersten Schritt zu einem energetisch zukunftsfähigen Haus darstellen, das leichter einen Mieter oder Käufer findet. Die Kosten für den Bedarfsausweis hängen von der Gebäudegröße und dem Umfang der Analyse ab.

Verbrauchsausweis

Für den Verbrauchsausweis wird der tatsächliche Energieverbrauch auf Basis von mindestens drei aufeinander folgenden Jahren berechnet. Er bezieht Einflussfaktoren wie das Wetter in die Berechnung ein. Die Ergebnisse in Verbrauchsausweisen hängen also stark vom Nutzerverhalten ab und gelten daher als relativ ungenau. Auch die Modernisierungsempfehlungen fallen entsprechend weniger aussagekräftig aus als beim Bedarfsausweis. Ein Vorteil: Verbrauchsausweise sind aufgrund kleinerer Datenmengen und der entfallenden Gebäudeanalyse im Vergleich wesentlich kostengünstiger.

Erstellen Sie jetzt Ihren Verbrauchsausweis.

Wer darf einen Energieausweis ausstellen?

Das Angebot an Energieausweisen und Ausstellern ist groß.  Im eigenen Interesse und dem der Mieter sollten sich Hausbesitzer an ausgewiesene Fachleute wenden. Diese stellen sicher, dass der Energieausweis alle Anforderungen der aktuellen EnEV erfüllt. Die Verordnung nennt zur Ausstellung berechtigte Berufsgruppen, etwa Architekten, Bauingenieure oder Schornsteinfeger.